Hamburger Bienen – Ein Zuhause mit Blick auf die Stadt.

Aufgewachsen bin ich in einem beschaulichen Fachwerkstädtchen in Hessen, mit viel Wald, Wiesen und allerlei ländlichem Drumherum. Dort gibt es noch den Metzger, der die Kühe quasi vom benachbarten Bauernhof bekommt, Bäcker, die ihre Brötchen noch mit der Hand formen und Bioqualität gehört mehr oder weniger zum Alltag. So vieles war immer selbstverständlich und ist es im täglichen Stadtleben so gar nicht mehr. Zum Glück gibt es aber auch in Städten wie Hamburg Menschen, die sich für die Umwelt und nachhaltige urbane Lebensräume einsetzen.
Ein gutes Beispiel dafür und ein ganz leckeres dazu, sind die beiden Imkerinnen Ann und Julia.

Ihnen haben es die Bienen angetan und unter dem Namen Golden Girls Honey pflegen sie ihre Bienenstöcke auf den Dächern von Hamburg.

Was mit einem Bericht über das Bienensterben begann, entwickelte sich immer mehr zu einem starken Interesse und einer großen Begeisterung für die Imkerei. Mit der Frage, wie man selber Honig herstellt und den Erhalt der Bienen fördert, wurde die Neugierde noch größer und ein Imker-Kurs belegt. Kurz darauf fand der erste Bienenstock samt Volk einen hervorragenden Platz und ein stressfreies Zuhause auf dem Flachdach der eigenen
Firma. Im „wahren” Leben kommen Julia und Ann aus der kreativen Ecke. Sie betreiben seit

einigen Jahren die Firma Fotomaki Retouching im Hinterhof der Holländischen Reihe in Ottensen. Mit dem ersten geernteten Honig, selber geschleudert und in eigens kreierten Gläsern abgefüllt, war Golden Girls Honey geboren.

Mit umweltfreundlichen Materialien bei der Bienenzucht und Produkten wie100% reinem Bio-Bienenwachs leisten Ann & Julia ihren Beitrag, um dem Bienensterben entgegenzuwirken. Mit viel Leidenschaft und Begeisterung teilen sie die Philosophie „Verantwortung und Genuss gehören zusammen, Lebensmittel sollen gut, sauber und fair sein“.

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Liebe Ann und liebe Julia,
vielen lieben Dank, dass ich ein paar Stunden mit euch verbringen durfte und somit einen kleinen Einblick in die Imkerei bekommen habe.

Erzählt mir doch bitte erst einmal ein bisschen über euch und wer ihr seid?

Julia // Ursprünglich komme ich aus München, habe in London angefangen zu studieren und bin aber dann aufgrund eines Jobangebotes nach HH gekommen.

Hier habe ich die ersten Jahre im Film- und Fernsehbereich gearbeitet und später hat es mich dann zur Bildbearbeitung gezogen. Seit 2007 machen Ann und ich gemeinsam Fotomaki.
Ann // Ich komme ursprünglich aus Kempten, meine Familie hat lange Zeit in Tübingen gelebt, bis wir 1990 nach Costa Rica ausgewandert sind.
Nach dem Abitur in San Jose war meine Wahlstadt Hamburg. Hier habe ich Kommunikationsdesign studiert, danach 2 Jahre bei Fork Unstable Media gearbeitet, und dann bis 2007 als freie AD im Bereich Neue Medien. Durch Julia bin ich dann zur Bildbearbeitung gekommen.

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Wie kam das Interesse, selber Bienenvölker zu beheimaten und Honig zu produzieren? Was ist für euch das Wichtige am Imkern und was macht euch besonders Spaß?

Ann // Das Interesse fing an über unterschliedliche Berichte die wir über das Bienensterben und seine Auswirkungen gehört haben. Darauf hin haben wir uns schlau gemacht und waren gleich von der ersten Minute an fasziniert von diesen Lebewesen. Auch wenn sie sehr klein erscheinen, sind Bienen ja Nutztiere von enormer Bedeutung für das Leben auf der Erde. Und je mehr man sich mit ihnen beschäftigt, umso mehr begreift man, wie intelligent sich so ein Bienenvolk organisiert. Die Völker, die auf dem Dach stehen, sind komplexe Organismen, bei denen jede einzelne der jeweils 20.000 bis 30.000 Bienen im Volk seine genau definierte

Aufgabe erfüllt. Die Bildbearbeitung kann eine sehr kreative Arbeit sein, aber die schönen Bilder, die man bearbeitet, sind naturgemäß nur ein Abbild der Sache selbst. Man sitzt sehr viel vor dem Computer und sehnt sich irgendwann automatisch nach etwas Echtem, nach Natur und nach Dingen, die man anfassen kann. Es ist ja auch kein Wunder, dass all die Werber und Start Up-Entrepreneure eines Tages alle beginnen, Korn zu brennen, Landhotels zu eröffnen oder ihr eigenes Biogemüse anzubauen. Unsere Antwort auf diese Sehnsucht sind unsere Bienen.
Das Wichtigst für uns am imkern ist : Wir stören unsere Bienen so wenig wie möglich und so oft wie nötig.
Mit unserem Honig möchten wir die Menschen mit einem wertvollen Lebensmittel bereichern das fair und sauber produziert ist, denn Verantwortung und Genuss gehören zusammen.

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Ihr seid im Deutschen Imker Bund und hattet einen Kurs belegt, um Imker zu werden.

Warum sollte man sich zu genüge informieren und ausbilden, bevor man sich ein eigenes Bienenvolk zulegt?

Julia // Ein Bienvolk verlangt viel Zeit , Arbeit und Fachwissen, daher sollte man sich umbedingt im Vorfeld informieren ob man das überhaupt bieten kann. Auch ist eine

Ausbildung zum Imker erforderlich um den richtigen Umgang mit einem Bienenvolk zu lernen.Es reicht nicht einfach ein Volk aufzustellen und zu denken das dann schon alles von alleine läuft. Als Imker führt man das Volk mit durch eine ganze Saison. Man erweitert es oder führt schwächere Völker zusammen, Schwarmkontrolle, Ableger-Bildung, Kontrolliert wöchentlich den Zustand und die Vitalität der Völker in einer Bienendurchsicht. Räuberei, Ansteckgefahr durch fremde Bienen, Behandlungen der Völker mit Medikamenten , usw.

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Eure Bienenvölker stehen auf Hausdächern in Hamburg.

Warum habt ihre euch Standorte in der Stadt ausgesucht? Gibt es einen Unterschied zu Bienenstöcken auf dem Lande?

Ann // In der Stadt haben wir eine fast ganzjährliche Nahrungsquelle für die Bienen im vergleich zum Land wo wir öfters, ausschliesslich Monokulturen haben. Auch kann man sagen,

das der Honig in der Stadt weniger belastet ist, als auf dem Land. Da generell in der Stadt natürlich weniger gespritzt wird als auf dem Land. Dort geschieht das flächendeckend. Die Dächer haben wir uns als Location ausgesucht weil es da besonders entspannt und friedlich ist. die Bienen sind ungestört und haben ihre Ruhe. Auch können sie super in die richtige Himmelsrichtung abfliegen und haben ein gutes Sonnen / Schattenverhältniss, was auch sehr wichtig ist. Nur gut festschnallen muss man sie . Oben auf dem Dach ist es manchmal etwas windiger, aber das können unsere Bienen gut ab.

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Ihr legt Wert auf umweltfreundliche Materialien.

Was ist eure Philosophie und welche Produkte bietet ihr bei Golden Girls Honey an?

Julia // Wir verwenden ausschliesslich Holzbeuten, Bio-Mittelwände und haben ein eigenes bienenfreundliches Saatgut entwickelt, das sehr nektarreich ist.
Unsere Verpackung ist so entwickelt das man sie wieder oder weiterbenutzt um weniger Müll zu produzieren.

Unsere Kerzen sind auch aus 100% reinem BIO-Bienenwachs gegossen und haben einen Baumwolldocht. Sie werden bei uns ohne synthetische extra Duftstoffe oder Farbstoffe hergestellt dadurch sind sie im Vergleich zu Paraffin-Kerzen oder Stearin Kerzen aus dem Handel verträglicher für die Gesundheit und die Umwelt. Bei unserem Honig entscheiden wir von Jahr zu Jahr und abhängig von der Saison. Mal gibt es Frühjahr- und Sommerblüten Honig . Dieses und vor zwei Jahren haben wir allerdings einen Cuvee daraus gemacht. Jeden Jahr ist besonders und hat seinen eigenen Charakter. Mit Golden Girls Honey versuchen wir aber auch etwas von unserer Begeisterung für Bienen weiterzugeben. Wir bieten darüber hinaus auch Bienenpatenschaften für alle an, die mehr tun wollen,

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// Photos & Written by: Uta Gleiser

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