Craftbeer aus Hamburg und dem Rest der Welt

Wieso gehe ich eigentlich in einen Bierladen, wenn ich noch nicht mal Bier trinke? Auf jeden Fall würden echte Biertrinker mich wohl als typische Mädchen-Bier-Trinkerin bezeichnen. Hauptsache schön süß und bloß keinen herben Biergeschmack, von daher ist das fast so wie ‘keine Biertrinkerin’. Der Laden Beyond Beer ist in der Weidenallee noch recht neu Zuhause und selbst als das Ganze noch nach Baustelle aussah, war ich neugierig, was es in meinem alten Kiez so Neues gibt

Als ich dann erfuhr, dass es ein Geschäft für Craftbeer und internationale Biersorten wird, konnte ich mir das in der Weidenallee erst mal so gar nicht vorstellen. Nach der Eröffnung, dann aber um so mehr. Ein schöner, hell und klar gestalteter Laden. Tolles Branding wie der Fachmann wohl sagen würde und eine wahnsinnige Auswahl an Bier. In den Regalen stehen die verschiedensten Sorten von Ale, über Lager und Stout, aus den USA, England, Belgien und den Skandinavischen Ländern. Sogar Craft Beere aus der Region, zum Beispiel der Buddelship Brauerei findet man hier. Die Etiketten vieler Flaschen sind so toll gestaltet, dass es auch für eine Nicht-Bier-Trinkerin sehr verlockend aussieht. Zum Testen nehme ich ein Belgisches Bier mit dem Namen “Kriek Boon” nach Hause.

Ein Bier mit Kirschgeschmack, dass genau den meinigen trifft. Wer hätte das gedacht, dass Bier so gut schmecken kann??
Neben all den vielen Biersorten in Flaschen, bietet das Beyond Beer auch immer zwei Biere vom Tap, also vom Fass an. Alle, die mehr über das Thema Bier und Craft Beer wissen möchten, können sich bei Beyond Beer für ein Beer Tasting oder einen Braukurs anmelden.
Das Beer Tasting ist auf jeden Fall eine tolle Sache um mit allen Sinnen zu erleben, was Bier ausmacht, etwas über das Produkt und die Herstellung zu erfahren und dabei einen schönen Abend in netter Runde zu verbringen.

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Liebe Florentine, Stell Dich doch bitte kurz vor und verrate mir, wie Du zum Produkt Bier gekommen bist und in was für einem Beruf Du vorher gearbeitet hast?

Florentine // Ich bin 34 Jahre alt, mit Ronald verheiratet und habe mit ihm unseren Sohn Frido (18 Monate). Zum ersten Mal in Kontakt mit „qualitativ guten Bieren“ bin ich definitiv über Ronald und seinen Bruder Simon von Buddelship gekommen. Ronalds Ausbildung zum Braumeister und seine spätere Selbstständigkeit mit einem Großhandel für Craft Beer letztes Jahr im April (und damit die direkte Zugänglichkeit zu diesen Bieren) haben dazu geführt, dass diese Biere in unserem Haushalt omnipräsent waren und ich gar nicht anders konnte, als sie alle zu probieren…

Bevor ich das Projekt beyond beer gestartet habe, war ich als Diplom-Kauffrau mit Schwerpunkt Marketing lange Zeit in diesem Bereich auf Unternehmens- und Agenturseite tätig.

Warum ausgerechnet ein „Bierladen“ mit Taproom?

Florentine // Unsere Produkte sind zum Teil ziemlich beratungsintensiv. Um unseren Kunden das richtige Bier empfehlen zu können, hilft es ungemein, wenn wir gemeinsam anhand verschiedener Probierschlücke vom Fass herausfinden, was der Kunde zum Beispiel als herb oder nicht so herb empfindet. Außerdem macht es vielen Kunden deutlich mehr Spaß, mit einem frischen Bier in der Hand durch unsere Regale zu stöbern.

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Lieber Ronald, stell Dich doch bitte kurz vor und verrate mir, wie Du zum Produkt Bier gekommen bist und in was für einem Beruf Du vorher gearbeitet hast?

Ronald // Ich bin 34 Jahre alt, habe einen Sohn und bin verheiratet. Mein Berufsweg begann mit einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann mit einem anschließendem Studium zum Dipl. Kfm. Zum Bier bin ich über meinen Bruder Simon von der Buddelship Brauerei gekommen, welche mir ca. 2008 die ersten Biere aus dem Ausland mitbrachte.

Es dauerte dann noch 4 Jahre bis ich selber meinen Braumeister machte und der Weg in die Selbständigkeit begann.

Warum sollte es für Dich ein „Bierladen“ mit Taproom?

Ronald // Weil es leider nach wie vor nur sehr wenige gute Bierläden gibt und wir die Biere die wir mögen einem breiteren Publikum vorstellen wollen. Wir sind davon überzeugt, dass es eine Menge Leute gibt, die gar nicht wissen wie gut und vor allem frisch Bier schmecken kann und das wollen wir ändern.

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Lieber Max, verrate mir, wie Du zum Produkt Bier gekommen bist und wie dein Leben vor Beyond Beer aussah?

Max // Ich bin 30 Jahre alt, wohne und arbeite seit 2 ½ Jahren in Hamburg und habe ursprünglich als Handelsfachwirt bei einem großen deutschen Lebensmitteleinzelhändler gearbeitet. Ich braue schon seit ein paar Jahren privat und bin dadurch vom Handel zum „Handel mit Bier“ gekommen- das Hobby zum Beruf gemacht sozusagen.

Wieso wolltes du die Mischung aus„Bierladen“ und Taproom?

Max // Wir betreiben seit 1 ½ Jahren schon unseren Großhandel für Bierspezialitäten- den Brausturm Bierverlag und hatten schon immer den Wunsch auch einen kleinen eigenen Laden zu haben- Irgendwann ergriff Flo die Initiative und hat gesagt: „Ich mach das jetzt!“ und von da an ging alles relativ schnell. Die Einbindung der Biere vom Fass gibt tolle Möglichkeiten die Biere auch in kleineren Mengen zu verkosten und das beratungsintensive Thema kompetent anzugehen.

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Lieber Klaas, wie bist du zum Bier gekommen und was bist du von Beruf?

Klaas // Ich bin 34 Jahre alt und seit über 2 Jahren dem Thema Bier verfallen. Angefangen hat es eigentlich mit simpler Neugier und intensiver Recherche. Nach einer Internet-Bestellung und den ersten privaten Verköstigungen (belgische Biere, IPA) war es um mich geschehen und der Entschluss, zunächst selber Bier zu brauen war gefasst. Im selben Zuge hatte ich die Idee, einen Blog, der besondere Biere und die Geschichten dahinter auf schöne Art und Weise vorstellt, zu gründen: Hops Hysteria war geboren (www.hopshysteria.de). Über das neue Hobby und den Blog habe ich dann auch vor knapp 2 Jahren meine neuen Kollegen von Beyond Beer kennen gelernt.

Eigentlich bin ich im „normalen Leben“ Designer bei formvermittlung, einer Agentur für Markenkommunikation, die ich vor über 6 Jahren gemeinsam mit Studienfreunden gegründet habe. Und dort arbeite ich seitdem täglich.

Ein Bierladen mit Taproom, warum war das für dich interessant?

Klaas // Ich finde, dass gerade besonderes Bier auch besonders „behandelt“ werden muss. Das geht über das Präsentieren, Verköstigen bis hin zum Einkauf. Das darf ruhig auch ein wenig ein Erlebnis sein. Deswegen haben wir uns bei Beyond Beer dazu entschlossen, nicht einfach nur Bier zu verkaufen, sondern etwas mehr zu bieten. Dazu gehört auch das Bier-Trinken in einem netten Umfeld.

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Was macht Beyond Beer für Dich zu etwas Besonderem und was ist für Dich das Spannendste an Eurem Konzept?

Florentine // Beyond Beer hat mir beruflich einen völlig neuen Sinn gegeben. Als Einzige von uns Vieren habe ich meine Festanstellung gekündigt, um mich hauptberuflich auf Beyond Beer konzentrieren zu können – ein Themenfeld, mit dem ich als Einzige von uns zuvor keine beruflichen Berührungspunkte hatte. Das ist für mich persönlich das Besondere an Beyond Beer.

Besonders und spannend an unserem Konzept finde ich, dass wir vier Inhaber uns als Freunde zusammengetan haben und von einer gemeinsamen Leidenschaft getrieben werden. Dieses Herzblut kann man glaube ich täglich bei uns im Laden sehen und spüren. Außerdem sind wir ständig auf der Suche nach neuen noch unbekannten Brauereien und deren Bier-Juwelen, wodurch unsere Kunden immer wieder etwas Neues kennenlernen können. Darüber differenzieren wir uns klar von anderen.

Klaas // Neben den 3 Zapfhähnen ist es sicherlich das ganze Design des Stores. Wir wollen uns bewusst optisch von den standard Craft-Beer-Stores mit den rustikalen und traditionellen (Holz-)Elementen abheben und gehen eher in eine moderne Richtung. Außerdem bieten wir nicht nur Bier an, sonder auch Artikel, wie Magazine oder Bücher, die ebenfalls mit dem Thema Bier zu tun haben.

Das wichtigste ist allerdings das Sortiment. Neben bekannten und beliebten Craft-Beer-Marken, fokussieren wir uns bewusst auf neue oder unbekanntere Biere, die man in Deutschland vielleicht noch nicht kennt oder bekommt. Das ist meiner Meinung nach sehr wichtig, um auch dem Kunden die weltweite Vielfalt der Szene nahe zu bringen.

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Max, welches sind Deine drei Lieblingsbiere und aus welchem Grund?

Max // Uerige Alt- dieses Altbier aus der Düsseldorfer Innenstadt erinnert in Geschmack und Aromatik sehr an ein englisches Bitter- Karamell und Biskuitnoten, etwas Trockenobst mit einer leicht kräutrigen Hopfennote. Leider ist Altbier außerhalb Düsseldorfs nur schwer zu bekommen und wenn dann leider nur in schlechter Qualität. Die Fässer und Flaschen von Uerige sind nur zwei Monate haltbar, man kann sich also immer sicher sein ein frisches Bier zu trinken.

Rodenbach Grand Cru- Dieses Bier erinnert wenig an ein klassisches „Bier“ welches man in der deutschen Kneipe bekommt. Die Brauerei Palm braut dieses bernsteinfarbene Bier, lässt Sie in großen Eichenfässern lagern und verschneidet dann unterschiedliche Reifegrade. Beim Grand Cru wird 1/3 Jungbier mit 2/3 18 Monate gereiften Bier verschnitten und abgefüllt. Dieses Bier ist ein Sauerbier und erinnert mehr an Wein als an Bier. Balsamische Noten, grüner Apfel und Beerenfrucht vereinen sich zu einem komplexen Genuss für den erfahrenen Biertrinker.

Mahrs Bräu aU- Vor lauter „Craft Beer Hype“ vergessen leider viele die deutsche Braukultur kleiner Brauereien. Die Mahrs Bräu in Bamberg wird inzwischen in fünfter Generation von Stephan Michel betrieben und gewinnt regelmäßig Preise für ihr Bier- zuletzt den European Beer Star für den Weißen Bock. Das aU ist ein unfiltriertes Lagerbier, man könnte auch Kellerbier oder Zwickel sagen. Mein Feierabendbier!

Welche Biere gehören zu Deinen Favoriten, Ronald

Ronald // Lieblingsbiere lassen sich schwer definieren, da das eigentlich immer im Fluss ist. Mich beeindrucken die Biere von The Kernel, da es meist klassische Bierstile sind welche auf einem sehr sehr hohen Qualitätsniveau gebraut werden und immer aus der Masse hervorstechen. Die neueste Entdeckung sind die Biere von Birrificio Lambrate. Das AMERICAN MAGUT West Coast Pils ist mit Abstand das beste Pils welches ich seit langem getrunken habe. Hier würde so mancher Deutsche Biertrinker eine sehr positive Überraschung erleben in Sachen Pilsener.

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Florentine, welche Biere trinkst du denn am liebsten?

Florentine // Diese Frage lässt sich sehr schwer beantworten, weil ich immer wieder neue Biere entdecke, die meine vorherigen Favoriten in den Schatten stellen. Aktuell sind es wohl folgende:

– Brauerei: Omnipollo (Schweden), Biername: 42, Bierstil: Witbier mit Passionsfrucht und Limette  ein extrem erfrischendes Bier für warme Tage, mit einem unbeschreiblich fruchtigen Aroma und einem leicht süsslichen frischen Geschmack.

– Brauerei: Lervig (Norwegen), Biername: Farmhouse IPA, Bierstil: Farmhouse IPA  ein leckeres India Pale Ale, das fruchtige Hopfennoten hat, diese aber durch die verwendete belgische Saison-Hefe in ein würziges fast pfeffrigen Geschmack einbettet. Sehr spannend.

– Brauerei: Rogue (USA), Biername: Juniper Pale Ale, Bierstil: Spiced Pale Ale  hier wurden im Brauprozess Wacholderbeeren dazugegeben, wodurch das eh schon sehr vollmundige malzbetonte Bier ein tolles Beeren-Aroma bekommt. Extrem lecker.

…und welche Biere gehören in deine engere Auswahl, Klaas?

Ronald // Das ist schwer zu sagen, da es vom persönlichen Gefühl und auch von der Jahreszeit abhängt. In dunkleren Jahreszeiten trinke ich gerne Stouts, Barley Wines oder belgische Trappisten-Biere. Im Sommer eher belgische Wits, Gueuzes oder andere eher leichtere, erfrischende Biere. Es ist wirklich extrem von der Situation abhängig. Auch wenn ich sicherlich einige Biere regelmäßiger trinke, probiere ich grundsätzlich gerne. Wenn ich irgendwo bin und ein Bier entdecke, das ich noch nicht kenne, dann probiere ich eben das. Nur so erweitert man seinen Horizont, kann gutem vom schlechten Bier unterscheiden und findet einfach Spaß an der Sache.

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Beyond Beer Hamburg beyondbeer.de

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// Photos & Written by: Uta Gleiser

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